Normwert versus Optimum
Wer kennt es nicht: man lässt beim Arzt seine Blutwerte checken und es heißt, „es ist alles in der Norm“. Abgesehen davon, dass häufig nicht die richtigen Werte untersucht werden, ist der Normbereich nicht gleich gut- geschweige denn optimal. Denn viele offizielle Referenzwerte geben lediglich die Menge eines Nährstoffs an, die notwendig ist, um einen Mangel zu vermeiden. Sie definieren also in erster Linie eine ausreichende Versorgung für die Allgemeinbevölkerung. Ausreichend heißt eher Schulnote 4 und nicht 2 oder 1. Optimalwerte gehen darüber hinaus: Sie beschreiben Bereiche, die mit einer bestmöglichen Funktion von Stoffwechsel, Immunsystem, Leistungsfähigkeit und langfristiger Gesundheit in Verbindung gebracht werden- also gemäß dem Schulnotenprinzip eine 2 oder noch besser 1.
Zusätzlich können individuelle Faktoren wie Alter, Schwangerschaft, Stillzeit, genetische Veranlagung, Erkrankungen, Medikamente, Stress oder sportliche Aktivität den Bedarf zusätzlich beeinflussen.
Gerade in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei der sich der Nährstoffbedarf drastisch ändert, wollen wir aber nur das Beste für Mutter und Kind- folglich auch die optimalen Blutwerte.
Während Referenzwerte daher vor allem eine ausreichende Versorgung sicherstellen sollen, orientiert sich eine optimale Versorgung an den besonderen Anforderungen von Mutter und Kind in dieser Lebensphase. Ziel ist nicht nur die Vermeidung eines Mangels, sondern die bestmögliche Unterstützung von Wachstum, Entwicklung und Gesundheit beider. Damit du für dich und dein Baby für ein Optimum sorgen kannst, solltest du auf Nummer sicher gehen und regelmäßig bestimmte Laborwerte testen lassen.
Auch hierbei solltest du dich an den optimalen Zielwerten orientieren, auch wenn diese nicht immer perfekt zu erreichen sind. Bei den Mikronährstoffen sind z.T. Speziallabore von Nöten und die Interpretation sollte am besten bei einem dafür ausgebildeten Therapeuten erfolgen.
Wichtig: Lass dich beim Arzt niemals abspeisen mit: „es ist alles in der Norm“- lass dir die Werte aushändigen und checke selbst bzw. durch ggf. einen weiteren qualifizierten Therapeuten, ob die Werte möglicherweise noch zu optimieren sind.
| Laborwert | Referenzwert / Normbereich | Optimum |
|---|---|---|
| Hämoglobin (Hb)= Menge des Blutes | 12–16 g/dl je nach Geschlecht | 13-14 g/dl |
| TSH (= Schilddrüsenwert) | 0.3–4.0 mIU/lTeilweise gibt es trimesterspezifische Referenzwerte | 0.5–2.5 mIU/l ((im 1. Trimester)0.5–3 mIU/l (im 2./3. Trimester) |
| fT3 (= freies Schilddrüsenhormon) | 2.2–4.2 pg/ml | Mittlerer bis oberer Normbereich |
| fT4 (= freies Schilddrüsenhormon) | 0.8–1.8 ng/dl | oberer Normbereich (fT4 ist in der Schwangerschaft wichtiger als ft3) |
| HOMA-Index | <2.0 | <1.2 |
| HbA1c | 4.0–5.6 % | 4.8–5.3 % |
| Ferritin | 15–150 ng/ml | 50–100 ng/ml |
| Vitamin D (25-OH) | 30-100 ng/ml30-100 ng/ml | 40–60 ng/ml100-150 nmol/l |
| Omega-3-Index (in den roten Blutkörperchen) | 8-11 % | 9-10% |
| Holotranscobalamin | 50-150 pmol/l | 100–150 pmol/l |
| Folsäure | >3,9-20 ng/ml (Serum)126-651 ng/ml (in den roten Blutkörperchen) | 15-20 ng/ml400-650 ng/ml |
| Vitamin B6 | 5–30 ng/ml | 20–30 ng/ml |
| Jod im Urin | 100–200 µg/l | 150-250 µg/l |
| Magnesium (Vollblut) | 29,8–37,5 mg/l | 35-37,5 mg/l |
| Selen (Vollblut) | 100–170 µg/l | 140–160 µg/l |
| Zink (Vollblut) | 4.0–7.0 mg/l | 6-7 mg/l |
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